Dienstag, 22. September 2015

Ist Trockenfutter für Hunde und Katzen gesund?

Mehr als die Hälfte aller Hunde und Katzen in Deutschland und Österreich werden mit Trockenfutter ernährt. Leider ist aber praktisch allen Tierhaltern unbekannt, unter welchen Bedingungen Trockenfutter produziert wird und welche Konsequenzen dies für die Ernährung des Tieres hat.
Lesen Sie mehr über die Eigenschaften dieser „Kunstnahrung“ und machen Sie sich dann Ihr persönliches Bild.


Als erstes sehen wir uns einmal an wie Trockenfutter produziert wird und was dieses enthält:


Trockenfutter wird in der Regel in einem „Extruder“ erzeugt. Dies sind Fördergeräte,die feste bis dickflüssige Massen unter hohem Druck und hoher Temperatur gleichmäßig aus einer formgebenden Öffnung herauspressen.
Es werden dazu in einem ersten Schritt die Bestandteile (z. B. Getreide, Tiermehl, Pflanzenmehl) gemischt und unter hohem Druck (200 bis 300 bar) sowie hoher Temperatur (140 bis 400 Grad) zu einem einheitlichen Brei gepresst. Diese Brei wird dann durch eine kleine Öffnung gepresst und erhält dadurch jene Form, die man haben möchte.
So kann man Kugeln, Ringerl, Herzen oder andere Formen erzeugen. Unerwähnt darf aber nicht bleiben, dass in den meisten Fällen Getreide und kaum Fleisch (in der Regel vier bis maximal 20 Prozent) verarbeitet wird.
Für die Tiere ein Gräuel, da der Verdauungsapparat der Tiere für Fleisch ausgerichtet ist und nicht für Getreide, Mais und Soja. Da eine derartige Mischung für Tiere daher kaum ansprechend ist und zu wenig Proteine enthält, wird in der Regel Fett auf die fertigen Pellets aufgespritzt. Dies hat viele positive Effekte für das Produkt: Das Futter hat nun einen höheren Proteingehalt (Kraftstoff für das Tier) und das Tier wird durch den Fettgeruch angezogen. Aus der Ernährungssicht haben diese Vorteile aber nur Nachteile: So ist das aufgespritzte Fett kein natürliches Fett sondern ein zugekauftes Fett, das von der Industrie meist als „Rest-Fett“ zugekauft wird (z. B. Gastronomiefett). Damit das Fett an der Luft nicht ranzig wird, muss eine hohe Dosis
Konservierungsmittel zugesetzt werden. Nur dadurch ist es möglich, Trockenfutter so lange offen stehen zu lassen. Unabhängig vom aufgespritzten Fett könnten dem Brei aber auch noch Geschmacksverstärker, Zucker oder Aromen zugefügt werden, um es schmackhafter zu machen. Leider werden dem Produkt meist auch noch Farbstoffe zugefügt, damit eine gewünschte
oder erwartete Farbe erzielt wird. Für die Ernährung haben die Farbstoffe keine Bedeutung und die Tiere nehmen die Farbe auch ganz anders wahr als wir Menschen.
Für den Körper bedeuten Farbstoffe aber eine Belastung mit einem weiteren chemischen Zusatz, den es nicht benötigt.
Genau dies hat inzwischen die Futtermittelindustrie aber auch Premiumhersteller von Trockenfutter erkannt. Es gibt schon viele sogenannte kaltgepresste Trockenfutter mit wesentlich höheren Fleischgehalt am Markt. Teilweise sogar ohne künstliche Konservierungsmittel, in diesem Fall wird auf natürliche Konservierungsmittel zurückgegriffen. Aber auch diese sind nicht gerade förderlich für die Gesundheit von Ihren Hunden und Katzen. Denn Konservierungshilfen haben immer die Eigenschaft Bakterien zu abzutöten und somit das Lebensmittel haltbar zu machen. Diese Eigenschaft wirkt aber auch im Darm der Tiere weiter und zerstört die Darmflora und somit einen wesentlichen Bestandteil ihres Immunsystems.

Wie sieht es eigentlich mit der Wirkung von Trockenfutter auf die Verdauung aus und warum verhindert Trockenfutter Durchfall?


Der wichtigste Unterschied bei Trockenfutter ist aber die geringe Feuchtigkeit des Produktes. Während Feuchtnahrung – so wie die typische Beute von Wölfen und Katzen – eine Feuchtigkeit von rund 80 Prozent hat, hat Trockenfutter meist einen Feuchtigkeitsanteil von deutlich unter zehn Prozent. Der Feuchtigkeitsanteil wird daher auf der Deklaration des Produktes gar nicht angeführt, da dies erst ab Werten ab zehn Prozent vorgeschrieben ist. Da das Futter so wenig Feuchtigkeit enthält, muss diese nun zusätzlich aufgenommen werden.
Das Tier sollte daher große Mengen an Flüssigkeit aufnehmen, zusätzlich zu der normalen Flüssigkeitsaufnahme, die das Tier auch bei einer artgerechten Ernährung aufnehmen müsste. Man kann beruhigt von einem Faktor 8 ausgehen. Das heißt nimmt z.B eine Katze 100g Trockenfutter täglich zu sich müsste die Katze 800ml (0,8l) Wasser pro Tag trinken um diesen Flüssigkeitsmangel wieder auszugleichen. Dies ist praktisch unmöglich und es verwundert daher auch nicht, dass die Zahl der Nierenschäden bei Haustieren seit Jahren zunimmt. Nur der Durchfall nimmt ab, was bei einem Trockenprodukt ja selbstverständlich ist. Dieses stopft und verhindert so, dass Darm seine „Unzufriedenheit“ mit schlechter Nahrung Ausdruck verleiht. Die geringe Feuchtigkeit hat aber auch noch einen weiteren Effekt. Die Trockenpellets saugen im Magen sofort die Feuchtigkeit aus der Magensäure auf und machen die Magensäure dadurch wesentlich konzentrierter. Der hohe pH-Wert der Magensäure führt zu einem hohen pH-Wert im Speichel und dies ist einer der ganz wesentlichen Faktoren für Zahnsteinbildung. Über dem Umweg der Magensäure führt daher die falsche Ernährung zu Zahnproblemen.
Aber auch dafür gibt es Lösungen wie uns in der Werbung versprochen wird. Teilweise werden zusätzliche chemische Stoffe in das Trockenfutter eingearbeitet um einen künstlichen Abrieb zu erzeugen. Denn der natürliche Abrieb den die Ernährung mit Trockenfutter laut diversen Aussagen von der Futtermittelindustrie geben soll und somit Zahnstein verhindert wird, den gibt es nicht. Sie brauchen sich nur vorstellen, wenn Sie zum Zahnarzt gehen und sich den Zahnstein entfernen lassen. Der kommt mit einem Bohrer und muss richtig zur Sache gehen um diesen zu entfernen.
Ein Biss von einem Hund oder einer Katze auf den Trockenkeks kann dies sicher nicht bewirken.
Auch kaltgepresste Futtermittel haben diesen geringen Flüssigkeitsgehalt und somit die gleiche nicht gerade gesunde Auswirkung auf den Körper der Lebewesen die damit ernährt werden.

Die Vorteile der Trockenfütterung:


Trockenfutter hat nur zwei Vorteile: es ist bequem für den Menschen da es problemlos über den ganzen Tag in der Snackbar für Ihren Hund oder ihrer Katze stehen gelassen werden kann ohne dass es zu stinken beginnt. Auch die Lagerung ist sicher einfacher als frisches Fleisch. Aber schon genau daran ist zu erkennen, dass es sich bei Trockenfutter egal ob kalt gepresst oder nach der herkömmlichen Methode hergestellt, keine natürliche Nahrung sein kann. Oder haben Sie schon einmal daran gedacht den Sonntagsbraten den Sie gekauft haben im Küchenkästchen ohne Kühlung aufzubewahren und sind dann beleidigt weil dieser zu stinken anfängt oder die Fliegen den Braten zur Eiablage nützen.
Die Nahrung der Hunde und Katzen sollte ja auch nicht stunden- oder tagelang einfach rumstehen. Unsere Vierbeiner möchten sich die Nahrung ja auch verdienen und vielleicht ein kleines Spiel vor der Nahrungsaufnahme mit uns machen, was sicher auch kein Schaden für die soziale Bindung zwischen Mensch und Tier ist. Speziell die Katzen als reiner Fleischfresser welcher kein Aas am Speiseplan hat würde in der Natur niemals 10 Mäuse fangen, diese an einen Ast hängen und darunter schlafen und nach jedem Nickerchen ein oder zwei Bissen verspeisen. Dies entspricht einfach nicht dem natürlichem Verhalten des Raubtieres, in unserem Stubentiger.
Der zweite große Vorteil der Trockennahrung ist, dass wir als Kunden und Käufer der meist sehr teuren Futtermittel nicht erkennen können welche Rohstoffe verwendet wurden. Weder die Art der Rohstoffe noch deren Qualität ist erkennbar. Speziell wenn diese auch noch eingefärbt wurden. Die roten Ringerl sollen uns Fleisch signalisieren, aber genauso gut kann es sich um Federn oder Lederabfälle die chemisch in deren Bestandteile zerlegt wurden und uns als Protein verkauft werden. Was ja auch stimmt aber die Qualität macht doch den Unterschied. Oder würden Sie für das Hühnercurry das Sie für Ihre Familie zubereiten Federn verwenden und die Federn dann auch gute Proteinquelle Ihren Kindern verkaufen.
Willkommen in der Welt der Futtermittelindustrie. 
 
Ob diese Gründe ausreichend sind, um sein Tier mit dieser Kunstnahrung zu ernähren, muss jeder für sich entscheiden.Zoos haben dies bereits gemacht: Diese füttern Ihre Tiere artgerecht mit einer Frischfleischnahrung, welche aus Lebensmittel hergestellt sind die auch für die menschliche Ernährung zugelassen sind. Falsche Ernährung wäre für das „Unternehmen Zoo“ viel zu „unwirtschaftlich“, da Tiere viel Geld kosten und die Tierarztkosten explodieren würden.Außerdem möchte und könnte sich kein Zoo dem Vorwurf der Öffentlichkeit aussetzen, seine Tiere nicht artgerecht zu ernähren.

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